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FRISCH ERÖFFNET: Robert Paur (31, links) und ChristianBecker (32) laden ab sofort in „BeckersRestaurant“. Das Ambiente ist aufgeräumt,die Karte klein und fein.Fotos: Behrens

FRISCH ERÖFFNET: Robert Paur (31, links) und Christian Becker (32) laden ab sofort in „Beckers Restaurant“. Das Ambiente ist aufgeräumt, die Karte klein und fein.© Behrens

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Deutsche Küche

Beckers beste Ideen für die Oststadt

Aufpoliert und runderneuert: Christian Becker (32) hat aus dem „Reizz“ auf der Bödekerstraße eine kulinarisch interessante Adresse gemacht. Der Lokal trägt seine Handschrift und seinen Namen: „Beckers Restaurant“ ist ein Gewinn.

Ambiente
Auf den ersten Blick scheint sich nicht viel getan zu haben im Ecklokal an der Bödeckerstraße. Aufgeräumt wirkt das Restaurant, der Stil ist jetzt klarer, prägnanter als im reichlich dekorierten Vorgänger „Reizz“. Das Podest rechterhand lädt zum gemütlichen Speisen ein, geradeaus kann man am Tresen oder hohen Tischen mit Barhockern eine lockerere Atmosphäre genießen. Neubetreiber Christian Becker hat den Farbwechsel von Gelb zu einem dezenten Schlammton bewusst gewählt, Lampen und Bilder an den Wänden hat er reduziert – „ich wollte Ruhe reinbringen“, sagt der Mann, der drei Jahre stellvertretender Küchenchef in Norbert Schus „Insel“ war. Vier Wochen lang wurde jeden Tag renoviert und geackert, nachdem Ex-Wirtin Irmi Bertelshofer Ende des Jahres das Lokal übergeben hatte. Die Handwerker haben eine Kostbarkeit zu Füßen der Gäste freigelegt: Auf dem Podest und rund um den Tresen glänzt jetzt wieder das historische Mahagoni-Parkett.

Publikum
„Beckers Restaurant“ ist noch mitten in der „Soft Opening“-Phase, doch das Lokal hat bereits sein Stammpublikum erobert. Viele Pärchengruppen treffen sich hier am Wochenende zum Plaudern, manche Lister oder Oststädter schauen auch nur auf einen Drink vorbei. Das Publikum wirkt gediegen.

Service
Volle Punktzahl! Der neue Chef hat einen Großteil des Servicepersonals aus dem Reizz behalten, wir werden den ganzen Abend überaus charmant und aufmerksam umsorgt – sogar Wasser aus der Flasche wird regelmäßig nachgeschenkt. Wir fühlen uns willkommen. Schließlich hat uns Nils Pohl (kennt man aus „Pier 51“ und „Falkners“) am Reservierungstresen mit dem Satz „Sie haben uns gerade noch gefehlt“ begrüßt. Unser Name auf der Buchungsliste wird ausgestrichen, jetzt sind alle Tische im Lokal besetzt. Viele Gäste werden auch mit Bussi und herzlichem Händedruck in Empfang genommen.

Essen und Trinken
Vier Vorspeisen, eine Suppe, ein Zwischengang, vier Hauptgerichte, ein Dessert – für das Studium der Speisekarte braucht man nicht viel Zeit. Zumal die Gerichte nicht wortreich umschrieben werden – die junge moderne Küche pflegt inzwischen den Stakkato-Stil. Becker gestaltet die Karte jeden Abend neu, reagiert auf saisonale Angebote. „Ich koche, was ich selber gerne essen würde“, sagt der 32-Jährige und verweist auf „Tatar vom US-Beef/Kapern/ Wachtelei/Röstbrot“ (13 Euro), das es als Klassiker immer gebe. Als Gruß aus der Küche werden fluffiges Ciabatta und Töpfchen mit groben Salzkristallen, aromatischem Pfeffer und Tomatenbutter auf einer Schiefertafel serviert. Dann gehts weiter mit Spanferkelbäckchen (13 Euro). Die vier zarten Vorspeisehappen zerfallen auf der Gabel, die BBQ-Sauce hat milde Würze, in das Linsenragout sind winzige Tomaten und Fruchtstückchen geschnippelt, die dem Gericht eine schöne Frische geben. In der schaumig geschlagenen Waldpilzcreme (sieben Euro) schwimmen Stücke vom Brezenknödel – und eine üppige Menge Pilze, die herrlich nach Wald duften. Das Gericht „Perlhuhnbrust/Bohnenragout/Würfelkartoffeln“ (22 Euro) wird mit einem Extra-Kännchen Sauce serviert – ein toller Service. Das Küchenteam schafft den Spagat, dass die Haut des Perlhuhns extrem kross ist, das Fleisch innen aber noch einen Hauch von Rosé zeigt. Das Bohnenragout ist mild, die Kartoffelwürfel schön knackig, gekrönt wird das Gericht von fein geraspeltem gebackenem Kartoffelstroh. Das scheint ein Lieblingsakzent von Becker zu sein, die knusprigen Krümel waren auch auf den Spanferkelbäckchen. Wir finden sie außerdem auf den Steinpilzravioli (15 Euro), die von Waldpilzen und süßen Silberzwiebeln begleitet werden. Nur die Sauce drängt sich hier etwas zu deutlich in den Vordergrund.

Fazit
Toller Service, angenehme Atmosphäre und eine Küche, die Akzente setzt, ohne gleich nach Gourmetsternen zu greifen. Das Wiener Schnitzel (22 Euro) auf der Karte ist nämlich auch verlockend.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Kein Raucherzimmer
  • Barrierefrei? Nein. Ins Lokal führen Treppen, die Toiletten sind im Untergeschoss.
  • bar, EC, alle gängigen Kreditkarten

Beckers Restaurant
Bödeckerstraße 43
30161 Hannover
0511/336  40 06
www.beckers-hannover.de
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 12 bis 23 Uhr, Sonnabend 18 bis 23 Uhr, Sonntag Ruhetag.


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