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FAMILIENSACHE: Georgios Goris (rechts)und sein Sohn Christos verwöhnen im „Artemis“ in der Wedemark die Gäste mit griechischen Klassikern.

FAMILIENSACHE: Georgios Goris (rechts) und sein Sohn Christos verwöhnen im „Artemis“ in der Wedemark die Gäste mit griechischen Klassikern.© Frank Wilde

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Test der Woche

"Artemis": Der ehrliche „Nachbarschafts-Grieche“

Optisch ist die griechische Göttin der Jagd in die Jahre gekommen, doch die Speisekarte des Lokals „Artemis“ in der Wedemark kann sich sehen lassen. Ein Lob für den klassischen „Nachbarschafts-Griechen“, der mit Service und solider Küche punktet.

Ambiente
Im Eingangsbereich empfängt uns 1970er Jahre Resopalcharme, doch davon lassen wir uns nicht abschrecken. Der Gastraum wirkt auf den ersten Blick wohnzimmerhaft, gleichwohl etwas überladen und in die Jahre gekommen. Er ist garniert mit Gipsfiguren, bunten Landschaftsbildern, Tiffany-Lampen, geblümten Vorhängen und einer Uferlandschaft, die sich als Gemälde über die gesamte Stirnseite zieht. Ein Blick in die Toiletten verrät – hier müsste dringend mal renoviert werden. Zwar ist auch dort alles sauber, doch die dunkelbraunen Fliesen sind schon arg gewöhnungsbedürftig.

Publikum
Wir sind an diesem Sonntagmittag lange die einzigen Gäste, später kommt ein älteres Ehepaar hinzu. Auffällig oft klingelt während unseres Besuches aber das Telefon. Später wissen wir, warum – eine Reihe Gäste nimmt das Essen mit nach Hause. Und das offenbar regelmäßig, wie wir den Gesprächen zwischen Wirt und Gästen entnehmen können.

Service
Mit der Karte gibts zunächst einen aufs Haus, nämlich, na klar, einen Ouzo. Die Kellner gehören zu den emsigen ihres Standes, freundlich und schnell sind sie. Was bei der Anzahl der Gäste bei unserem Besuch zwar nicht wirklich überrascht. Aber man bekommt das Gefühl, dass sie ihren Laden auch im Griff haben, wenn er knackevoll ist.

Essen und Trinken
Die Küche erlaubt sich keine kulinarischen Ausflüge und setzt auf die üblichen Standards der griechischen Küche rings um Gyros und Fleischplatte. Doch das muss kein Makel sein, macht man dort doch eher nichts falsch. Auch preislich entdecken wir in der Karte keinen Ausreißer nach oben. Und: Serviert werden überwiegend Portionen, als sei man ein schwer arbeitender Erntehelfer. Das zeigt sich schon bei den Garnelen als Vorspeise (7,90 Euro), deren Sauce die Küche mit Sherry und Crème FraÎche verfeinert. Die Garnelen kommen zischend in einem gusseisernen Pfännchen mit reichlich Zwiebeln und Champignons an den Tisch – alles ohne Fehl und Tadel. Dazu gibt es einen Korb mit Weißbrot, mit dem wir später noch die leckere Sauce aufnehmen. Weiterer Pluspunkt: Vegetarier müssen sich nicht, wie sonst manchmal beim Griechen, mühsam ihre Mahlzeit selber zusammenstellen. In der Karte gibt es etwa eine große Vorspeisenvariation (Ouzo Meze, 10,50 Euro), die mengenmäßig durchaus zur Hauptspeise taugt. Blätterteig mit Schafskäse überbacken, Pepperonis und frische Tomaten-sowie Gurkenscheiben, überbackene Auberginen und Zucchinis, – an dem Fingerfood haben wir überhaupt nichts herumzumäkeln. Ein sehr anständiges Gericht ist auch das 180-Gramm-Rindersteak (15,90 Euro), das wir mit gebratenen Zwiebeln und einer Portion Pommes bestellen. Das Fleisch war wie gewünscht auf den Punkt medium und von guter Qualität. Aus der Küche ordern wir zum Abschuss noch cremigen Joghurt mit sündig-süßem Honig und Walnussstücken (3,50 Euro) – insgesamt eine schöne Sache.

Fazit
Das Artemis ist ein klassischer Nachbarschafts-Grieche, ehrlich und unverfälscht. Und wer sich an der Optik des Lokals nicht stört, der wird sich dort wohlfühlen. Oder nimmt sein Essen mit nach Hause.

Für Kinder geeignet
Hunde willkommen
Kein Raucherzimmer
Nicht barrierefrei
bar, EC

Artemis
Kaltenweider Straße 28,
30900 Wedemark-Mellendorf
05130/45  74
artemis-wedemark.xregional.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonnabend von 17 Uhr bis 23 Uhr, Sonntag von 12 Uhr bis 15 Uhr und 17 Uhr bis 23 Uhr.


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