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DAS RUNDE MUSS INS ECKIGE: Die gewaltigen Pizzen werden im Steinofen gebacken. Domenico „Mimmo“ Casulli (57) ist gerade Vater geworden und kocht mit Leidenschaft in seinem Restaurant Al Lago an der Ecke Alte Döhrener/Geibelstraße. Kellnerin Anna Branig geht dem Chef zur Hand.© Wilde

Italienische Küche

"Al Lago" macht Appetit auf mehr

Italienischer Wechsel in der Südstadt : Das „La Calabrisella“ ist Geschichte, das „Al Lago“ hat die ersten 100 Tage hinter sich. Der Besuch in Maschseenähe (Al Lago heißt ,Der See‘) macht Appetit auf mehr .

★ Ambiente
Das „Al Lago“ besteht aus einem einzigen Raum, der mediterran gehalten ist. Terracotta-Bodenfliesen, Rauputz in ähnlichen Farben, schlichte, aber schöne Tische mit ordentlich Fläche, bequeme Stühle. Doch, hier kann man es sich wirklich gemütlich machen. Zumal es auch an bitterkalten Wintertagen kuschelig warm bleiben dürfte. Die vom Gastraum kaum abgetrennte offene Küche verfügt über einen Pizzaofen, der die Temperatur hoch hält. Der Blick auf die Kreuzung ist unverstellt, Panoramascheiben sorgen für Rundum- und Durchblick.

★ Publikum
Wir sind schon einige Mal vorbeigefahren am neuen Restaurant, da war es immer gut besucht. Am „Tag der deutschen Einheit“ mitten in der Woche sind nur drei Tische besetzt und im Laufe des Besuches neun Gäste da – bei fünf Küchen- und Servicekräften ist das ein Verlustgeschäft. Die Homepage ist gerade erst fertig, der Telefonanschluss gerade erst freigeschaltet – noch ist der Laden ein Insider-Tipp.

★ Service
Wir sind mit Freunden gekommen und werden zügig, kompetent und freundlich bedient – wie gesagt ist die Zahl der Gäste allerdings so übersichtlich, dass auch keine Hektik aufkommen darf. Abwechselnd kümmern sich eine junge Frau und der Chef um uns. Domenico Casulli ist ein erfahrener Gastronom, der mit dem „Al Lago“ schon sein achtes Restaurant führt und uns auch an seinem privaten Glück teilhaben lässt: Mit 57 ist er gerade Vater geworden – Mamma mia!

★ Essen und Trinken
Ungefragt schwört Casulli, den sie in der Branche „Mimmo“ nennen, dass in seinem Laden alles frisch auf den Tisch kommt, und das ist kein leeres Versprechen. Die berühmte „Insalata mista“ ist nicht nur üppig, sondern vielseitig: Eisbergsalat, Radieschen, Radicchio, Möhren, Champignons (garantiert nicht aus der Dose!), Staudensellerie, Tomaten, Rucola, Oliven, Pepperoni und Zwiebeln – vegetarischen Genießern würde die Portion für 5,50 Euro als Hauptgericht reichen. Ich entscheide mich für den Tomaten-Doppelschlag mit „Crema di Pomodoro“ (vier Euro) und „Insalata Pomodoro“ (sechs) als Vorspeisen – das macht mich doppelt froh. Die Suppe ist angenehm cremig, die Tomaten für den Salat sind aromatisch – da gibts nix zu meckern. Meine Frau wählt danach einen Klassiker: Pizza Parma (10,50 Euro) mit Mozzarella, Schinken, Rucola und Parmesanstreifen. Der Teig ist dünn und kross, die Auflage genau passend, so muss ein Produkt aus dem Steinofen schmecken. Ich bestelle „Paglia e fino alla boscaiola“, das sind hausgemachte Spaghettini mit Spinat (statt Erbsen, deren Einkauf vergessen worden ist). Das Ganze schwimmt in Bratensauce, das ist gewollt, ungewöhnlich und lecker. „Wir müssen uns abheben“, sagt der Chef. Der zufriedene Blick von unseren Freunden beweist: Nicht nur dieses Gericht ist ein Gedicht! Beim Lambrusco (0,25 Liter für 4,50 Euro) ist wenig falsch zu machen, beim Tiramisu hinterher (fünf Euro) umso mehr. Aber nicht hier: „Eier, Zucker, Mascarpone – mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein“, sagt „Mimmo“. Recht hat der Mann.

★ Fazit
An Werbung und Erreichbarkeit muss noch gearbeitet werden, aber wer erst mal im „Al Lago“ sitzt, wird nicht enttäuscht werden. Die Qualität ist gut, das Preis-Leistungs-Verhältnis top – und zum Happy End kredenzt der leutselige Inhaber mit etwas Glück noch einen ausgezeichneten Grappa. Bei uns war es so.

  • Keine Kinderausstattung
  • Hunde willkommen
  • Nicht barrierefrei
  • Kein Raucherzimmer
  • bar, EC

Al Lago
Alte Döhrener Straße 28
30173 Hannover
0511/64214010

www.al-lago.de

Öffnungszeiten: täglich 12 bis 14.30 Uhr und 18 bis 22.30 Uhr (sonntags bis 22 Uhr)

Alte Döhrener Straße 28

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