Trotz alledem ist wenig auf der Welt köstlicher als ein höllisch fetter Brie de Meaux, dazu hauchdünner, luftgetrockneter Schinken, eine Handvoll in Knoblauch eingelegte Peperoni und frisches Weißbrot. Schon das Öffnen der Kühlschranktür ist umwerfend, wenn der Käse selbst in der Kälte seine uneingeschränkte Herrschaft über alle Fächer verkündet. Und wenn man ihn dann nach der Aufwärmphase genießt, fühlt man sich ein paar Minuten lang wie ein armer, aber glücklicher französischer Maler zu Zeiten Talleyrands, der den Blick über die Seine schweifen lässt und dem Herrgott für die Kunst dankt und für den Käse. Man fühlt sich wohlgemerkt nicht wie ein deutscher Maler. Der hätte Sülze auf dem Teller.
Matthias Halbig
Fourme d'Ambert
Auvergne (Frankreich)
Käsegruppe: halbfester
Schnittkäse mit blauemEdelpilz
Milchart: Kuhmilch
Geschmack: pilzartig, nussig Fettgehalt: 50 Prozent
Das Wort „fourme“ leitet sich aus dem lateinischen „forma“ ab, es bedeutet Form oder Gestalt, und wahrscheinlich entstammt auch das französische Wort für Käse, „fromage“, dieser Wurzel. Der Fourme d’Ambert wird zunächst mit Blauschimmel beimpft, anschließend sticht man mit langen Nadeln Luftkanäle in den Teig, damit der Edelpilz gedeihen kann. Fourme d’Ambert ist eine der mildesten Blauschimmelkäsesorten. Seine Rinde ist trocken, der Teig cremig-fest.