Navigation:

© Nancy Heusel

Leben

Hannovers Cocktails für den Sommer

Mit Hannover-Gin oder peruanischem Pisco: Die angesagten Cocktailbars der Stadt kreieren individuelle Sommerdrinks.

Hannover. NP-Volontär Jan Heemann hat sechs Barkeeper um das Rezept für den Sommer-Cocktail schlechthin gebeten:

Mango Paradise: Seit 1995 ist Harry’s New York Bar (Pelikanplatz 31) schon in Hannover. Der Ableger der legendären, gleichnamigen Bar in Paris gehört zum Sheraton-Hotel – steht aber schon länger als Bar für sich. Mittwochs legen DJs aus Hannover entspannten Deep House auf. Ab Donnerstag gibt es dann das ganze Wochenende Live-Musik – Jazz, Soul und Blues bekommt man zu der sehr großen Auswahl an Drinks dazu. Dazu gibt es die Bowmore Cigar Lounge, in der man eigene und vor Ort erworbene Zigarren rauchen kann. Seit einem Jahr steht Maik Hollstein (22) hinter dem Tresen: „Wir haben jeden Monat einen neuen Cocktail, immer passend zur Jahreszeit. Die entwirft das Team oft selbst.“ In diesem Monat ist es der Mango Paradise, ein Muss für alle Liebhaber der Frucht. Der Geschmack der Mango ist sehr harmonisch mit den zwei verschiedenen Rumsorten abgestimmt. Ein sehr reines Geschmackserlebnis. Acht Euro bezahlt man für den Cocktail des Monats.

Rezept:

2 Zentiliter Weißer Rum

2 Zentiliter Brauner Rum

1 Zentiliter Peachtree

1,5 Zentiliter frischer Zitronensaft

1 Zentiliter Mangosirup

4 Zentiliter Mangosaft

1 Physalis

Der Rum und der Peachtree-Likör werden gemeinsam mit den Säften und Eiswürfeln in ein großes Glas gefüllt und mit einem Sha-ker ordentlich durchgeschüttelt. Anschließend wird der Drink ohne das Eis in ein flaches Cocktailglas umgefüllt.

Salt'n'Pepa: Im ersten Stock des RP-5-Casinos am Raschplatz ist ein schöner Schatz untergebracht. Die Bar Lucky Seven beherbergt einen prämierten Barchef: Manuel Mauritz (27) ist unter anderem niedersächsischer Cocktailmeister und hier zuständig für die Drinks. Er hat unter anderem den Cocktail „Hannover Royale“ entworfen: „Für den Sommer 2016 habe ich mit den Kollegen von Niemand-Gin zusammengearbeitet.“ Das ist eine Gin-Marke, die in der List destilliert wird: „Wir wollten etwas Frisches, aber Außergewöhnliches machen.“ Salt ’n’ Pepa heißt seine Kreation: „Der Name ist natürlich an die Hip-Hop-Band angelehnt. Cocktails und Musik gehören für mich einfach zusammen.“ Der Cocktail wird mit grünem Eistee, ganzen Pfefferkörnern und Flüssigsalz hergestellt. Der Geschmack ist herb-frisch und schmeckt nach leckerem Eistee mit Kräutern, da der Gin auch durch seinen Lavendelcharakter auffällt.

Rezept:

5 Zentiliter Niemand-Gin

3 Zentiliter frischer Zitronensaft

2 Zentiliter Zuckersirup

4–6 Centiliter Grüner Tee

Zwei Spritzer Flüssigsalz

4 bis 5 Pfefferkörner

1 Löffel Balsamico

Gin, Zitronensaft und Zuckersirup werden gut durchgemischt. Der grüne Tee wird nur kurz aufgebrüht und direkt mit Eiswürfeln abgekühlt. Anschließend füllt man den Tee in den Drink, gibt das Flüssigsalz obendrauf und die Pfefferkörner und den Balsamico dazu.

Lillet Wild Berry: Das Falkner’s (Ferdinand-Wallbrecht-Straße 6) am Lister Platz ist eine Institution in Hannovers Gastro-Szene. Seit 16 Jahren betreibt hier der Chef Mirco Peters (46) die Cocktailbar in der List: „Unsere Gäste sind zu 70 Prozent Stammpublikum hier aus der Gegend. Am Wochenende ist es auch immer gerammelt voll und man kennt sich schon.“ Seit eineinhalb Jahren ist Jeff Schmidt (31) hier Barkeeper. Sein Cocktail des Sommers ist der Lillet Wild Berry. Schmidt: „Der geht diesen Sommer wirklich sehr gut weg. Der haut einen nicht sofort um, ist aber auch nicht so ein Standard wie ein Apérol Spritz oder Mojito.“ Der Cocktail wird mit Lillet gemacht, einem französischen Aperitiflikör, der nicht allzu stark ist. Der Cocktail hat einen fruchtig-säuerlichen Geschmack und ist das perfekte After-Work-Getränk – für acht Euro.

Rezept:

6 Zentiliter Lillet

20 Zentiliter Schweppes Russian Wild Berry

4 bis 5 Himbeeren

1 Zweig Minze

Den französischen Aperitif-Likör mit der Limonade aufgießen. Die Himbeeren können frisch oder gefroren sein. Der Minzzweig dient als Garnitur.

Mochica Passion: Es fühlt sich ein bisschen nach Urlaub an im Pepe’s (Friesenstraße 52) in der Oststadt. Lateinamerikanisches Flair, Holzstühle und schimmerndes Licht lassen den Besucher den wechselhaften Sommer vergessen. Die Bar setzt auf Peru pur: Barkeeper Hector Valverde (48) kommt aus dem Land und transportiert die heimische Gastronomie ins Herz von Hannover: „Der Pisco Sour ist unser Nationalgetränk. Pisco wird aus Trauben destilliert. Der peruanische Pisco schmeckt aber ganz anders als beispielsweise der aus Chile.“ Valverde kennt sich gut aus: „Der Alkohol kann bis auf eine Zeit vor den Ureinwohnern zurückverfolgt werden.“ Daraus hat er den Mochica Passion entwickelt. Ein klassischer lateinamerikanischer Cocktail mit Limette und Triple Sec, der aber durch den intensiven Eigengeschmack des Pisco eine neue Wendung bekommt. 6,50 Euro kostet der Cocktail.

Rezept:

4 Zentiliter peruanischer Pisco

1,5 Zentiliter Passoa

1,5 Zentiliter Triple Sec

1,5 Zentiliter frischer Limettensaft

4 Zentiliter Maracujanektar

Pisco, Passoa, Triple Sec und Limettensaft kommen mit Eis in den Shaker und werden gut durchgeschüttelt. Anschließend das Getränk in ein Glas füllen und mit dem Maracujanektar ergänzen. Mit Erdbeeren oder Limettenscheiben garnieren.

Melon Mint Cooler: 27 Jahre gibt es die amerikanische Bar Henry’s (Georgstraße 50) jetzt schon. In der Kombination aus Restaurant und Bar mit großzügiger Holzvertäfelung wird viel Wert auf Authentizität gelegt. Die Mitarbeiter sind fast durchgehend englischsprachig, und auch die Getränkeauswahl hat einen amerikanischen Einschlag. Hinter der Bar steht seit acht Jahren Rose Tina Onyango (30), die für den Sommer den Cocktail Melon Mint Cooler entworfen hat: „Ich fand, dass nicht nur die Frucht, sondern auch die Farben sehr gut zum Sommer passen.“ Der Name ist dabei Programm. Der Drink ist süß und schmeckt wie der Biss in eine Wassermelone. Und der Geschmack der Zitronenlimonade versetzt einen auf eine sonnige Holzveranda in den Südstaaten. Alle vier Wochen wird im Henry’s ein neuer Cocktail des Monats kreiert. Der Melon Mint Cooler kostet nur schmale vier Euro.

Rezept:

2 Zentiliter Wodka

2 Zentiliter Melonenlikör

Zitronenlimonade

Wassermelonenscheiben

Minzblätter

Likör und Wodka werden mit Eis kaltgeschüttelt und mit Zitronenlimonade aufgefüllt. So kann jeder selbst bestimmen, wie intensiv der Drink schmecken soll. Die Minzblätter können als Garnitur verwendet werden.

Blueberry Fizz: Nicht allzu groß, aber dafür sehr fein ist das Oscar’s (Georgstraße 54) – eine Bar für Feinschmecker. Das Lokal, das auch regelmäßig Tastings für Spirituosen anbietet, gibt es seit 32 Jahren in Hannover. Zuständig für die Kunden ist unter anderem Ivo Jolk (30), der hinter der Theke die oft speziellen Wünsche bedient: „Viele unserer Gäste suchen sich nichts von der Karte aus, sondern sagen uns, welchen Alkohol sie haben möchten, und wir mixen ihnen dann das passende Getränk dazu.“ Zu diesem Sommer passt für ihn der Blueberry Fizz besonders gut. Die Kombination aus Blaubeeren und Zitronensaft schmeckt sehr unverbraucht und hat eine subtile Frische, die von dem zurückhaltenden Gin unterstrichen wird. Die verschiedenen Geschmäcker haben eine sehr feine Balance. Der angesagte Cocktail kostet 9,50 Euro.

Rezept:

4 Zentiliter Beefeater Gin

1 Zentiliter Maraschino

1,5 Zentiliter frischer Zitronensaft

Saft aus 8 gepressten Blaubeeren

0,5 Zentiliter weißer flüssiger Rohrzucker

Gin, Maraschino, Saft und Sirup in einem Shaker gut durchschütteln und in ein Glas umfüllen. Anschließend den Blaubeersaft dazurühren und mit Eis auffüllen. Als Garnitur können Schalen von der Zitrone und Blaubeeren verwendet werden.


Anzeige
Anzeige