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Verbraucher müssen sich um Pestizidrückstände auf Tafeltrauben kaum noch Sorgen machen, teilt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mit.

Verbraucher müssen sich um Pestizidrückstände auf Tafeltrauben kaum noch Sorgen machen, teilt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mit. © Patrick Pleul

Ernährung

Bundesamt: Tafeltrauben weniger mit Pestiziden belastet

Verbraucher müssen sich um Pestizidrückstände auf Tafeltrauben kaum noch Sorgen machen, wie Bundes-Daten zeigen. Was auf dem Acker passiert, ist für Umweltschützer aber noch einmal eine andere Frage.

Berlin (dpa) - Tafeltrauben sind Untersuchungen zufolge weniger mit Pestiziden belastet als noch vor zehn Jahren. In 2013 und 2014 seien bei 1,3 Prozent der Proben gesetzliche Höchstgehalte für Pestizide überschritten worden, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit.

Die Ergebnisse aus jeweils über 500 Proben pro Jahr lassen jedoch nicht auf die Belastung aller Tafeltrauben schließen, schränkte das BVL ein: In der Vergangenheit auffällige Produkte wurden häufiger und mit höheren Probenzahlen getestet. Wenn der Grenzwert überschritten wurde, bedeute das nicht zwangsläufig eine Gesundheitsgefahr, so das Bundesamt weiter. Weinreben haben oft etwa mit Pilzen, Läusen und Milben zu kämpfen.

Vor zehn Jahren sind dem BVL zufolge Grenzwerte noch bei 5,6 Prozent der Proben überschritten worden. Nun habe sich die Lage bei Trauben aus Südeuropa deutlich verbessert: Aus Griechenland und Spanien kamen keine Überschreitungen mehr, aus Italien nur "Einzelfälle", wie die Behörde berichtete. Bei türkischen Trauben gebe es zwar noch relativ häufig Rückstände über dem Limit. Allerdings habe sich auch hier die Quote deutlich verringert, von rund 21 Prozent im Jahr 2005 auf 7,7 Prozent in 2013.

Völlig ohne Grenzwert-Überschreitung blieben den Angaben zufolge Bio-Tafeltrauben. Bei ihnen seien generell seltener Rückstände gefunden worden.

Der Handel habe zuletzt mit speziellen Programmen auf diese Verbesserungen gedrängt, erläuterte Stephanie Töwe, Expertin für Landwirtschaft bei Greenpeace. Die Organisation hat von 2003 bis zuletzt 2012 mehrfach Trauben auf Pestizidrückstände getestet. "Wir brauchen nun aber auch Transparenz darüber, was auf dem Acker versprüht wird", sagte Töwe.

Dass sich auf dem Endprodukt weniger Rückstände fänden, bedeute nicht zwangsläufig einen geringeren Pestizideinsatz. Das könne Folgen etwa für Tierarten, Arbeiter und Anwohner haben, die den Stoffen ausgesetzt seien.

Töwe bemängelte zudem, dass es zu Rückständen mehrerer Pestizide auf einem Produkt bisher keine Grenzwerte gebe. Den BVL-Daten zufolge wiesen 2013 rund 80 Prozent der Trauben-Proben mehr als einen Rückstand auf. Im Rahmen des nationalen Testprogramms zu Pestizidrückständen bei Lebensmitteln wird nach BVL-Angaben jede Probe im Schnitt auf 310 Wirkstoffe untersucht.

dpa


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