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 Foto: Aussicht über die berühmte Brooklyn Bridge vom Stadtteil Brooklyn Richtung Manhattan.

Los gehts: Autorin Mirjana Cvjetkovic genoss in der quirligen Autostadt New York die Tour von Felipe Lavalle.© Lavalle

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Fahrradtouren durch New York

Strampeln in Brooklyn

Felipe Lavalle hat sich seinen eigenen „American Dream“ erfüllt und bietet Fahrradtouren durch New York an. Wir haben ihn begleitet.

New York. Die besten Geschäftsideen entstehen immer dann, wenn einem selbst etwas fehlt: So ging es jedenfalls Felipe Lavalle aus Brooklyn. Seine Familie wollte den 29-Jährigen in seiner neuen Heimat Williamsburg, einem Stadtteil von Brooklyn, besuchen. „Und ich dachte mir, mit dem Fahrrad gemeinsam die Gegend zu erkunden, das wäre doch genial“, sagt Lavalle, der in North Virginia geboren und aufgewachsen ist. Aber es sollte nur bei der Idee bleiben – zunächst: „Erst habe ich versucht, mir Räder von Freunden oder in Läden auszuleihen“, erzählt der Mann mit den argentinisch-europäischen Wurzeln. Aber das sei sehr schwierig gewesen. „So kam mir in den Sinn, einen eigenen Fahrradverleih auf die Beine zu stellen.“

Die nächste Idee sei dann nur logisch gewesen. „Warum nicht gleich richtige Fahrradtouren anbieten?“, dachte er sich, nachdem er die Kombination „Brooklyn“ und „Radtour“ ohne Erfolg im Internet gesucht hatte. Mittlerweile besteht das Unternehmen „Get Up and Ride“ seit gut zwei Jahren, und Lavalle hat sich damit seinen persönlichen „American Dream“ erfüllt. 10 000 Dollar hat er in die Hand genommen, gemütliche Hollandräder, samt schicker Helme angeschafft und eine Homepage aufgebaut.

Der erste Streich des kleinen Start-up-Unternehmens war eine klassische Tour durch New York, die rund fünf Stunden dauert. „Sie führt durch mehrere Bezirke“, erklärt der 29-Jährige. Los geht es immer in Williamsburg, einem hippen Szeneviertel mit vielen Bars und Cafés, in dem viele Musiker, Künstler und Intellektuelle zu Hause sind. Schauspielerin Winona Ryder und Barbra Streisand wurden hier geboren, der Bürgermeister Bill de Blasio lebt hier.

Tourguide Lavalle ist aber nicht nur bei Stars auf dem neuesten Stand, er weiß, welche Gebäude abgerissen oder umgebaut werden und hinter welchen historischen Fassaden ganz besondere Schätzchen versteckt liegen. Und weil er seinen Stadtteil so gut kennt, nimmt er seine Truppe mit an Plätze, die fernab der üblichen Touristenpfade liegen. So geht es auf eine der boomenden Rooftop-Farmen, der Brooklyn Grange. In dem riesigen Garten, der auf dem Dach eines Hochhauses liegt, werden Gemüse und Kräuter angebaut, Hühner gehalten und Bienen gezüchtet. Abnehmer der Erzeugnisse sind die umliegenden Bars und Restaurants, die viel Wert auf Bioware legen. Von hier oben gibt es aber auch den besten Blick auf Manhattan. Einen kulinarischen Stopp macht man auf der kleinen Radreise außerdem in einer der beliebtesten Pizzerien Brooklyns, der Kaffeerösterei Brooklyn Roasting Company im Stadtteil Dumbo direkt am Wasser, wieder mit einem tollen Blick auf Manhattan.

Während der Tour ist man über Kopfhörer mit Felipe Lavalle verbunden – das macht Zwischenstopps überflüssig, denn der Guide erzählt seine Geschichten, während man im moderaten Tempo durch Brooklyn strampelt, da kann wirklich jeder mithalten. Wer Fragen hat, stellt sie ebenfalls über das Headset. Lavalle nimmt nie mehr als zehn Leute mit. „Mir ist wichtig, dass ein Austausch untereinander möglich ist. Ich halte nichts von überladenen Touren“, sagt er.

Weiter geht es über Greenpoint, wo die zweitgrößte polnische Gemeinde der USA lebt, und Navy Yard – viele der Häuser stammen noch aus Bürgerkriegszeiten und gehören der Nationalgarde. „Ich hätte nicht gedacht, dass es hier so abwechslungsreich ist“, schwärmt eine Französin, die mit ihrem Mann einige Tage in New York verbringt. „Man muss eigentlich wirklich nicht nach Manhattan rüber.“ Auf dem Programm steht außerdem Wallabout, ein Viertel im Nordwesten Brooklyns, mit einigen noch erhaltenen neugotischen Holzhäusern. Abschließend geht es in die Brooklyn Heights, die Promenade bietet einen phänomenalen Blick auf die Südspitze des geschäftigen Manhattans.

„Wenn man mit dem Rad unterwegs ist, ist man mit der Umgebung viel mehr verbunden, man sieht mehr, kann überall einfach anhalten, wenn es einem gefällt“, sagt Lavalle. Wenn er selbst an Urlaub denkt, dann weiß er auch schon ganz genau, welche Stadt er sich unbedingt ansehen will. „Barcelona“, verrät er und lacht, „natürlich vom Rad aus!“

http://www.getupandride.com/


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