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Neugierige Kinderaugen: Karim bestaunt das Insektenhotel am Wegesrand.

Neugierige Kinderaugen: Karim bestaunt das Insektenhotel am Wegesrand. © Deike Uhtenwoldt

Tourismus

Versteckspiel mit Kindern: Die Kleine Luxemburger Schweiz

Yara hat keine Lust mehr. Sie will keinen Schritt mehr gehen. Ihre Mutter setzt sich unter einen Felsvorsprung und verteilt erst einmal Kekse. Karim versteckt sich hinter dem Fels.

Berdorf. Als Yara nach ihrem Bruder fragt, antwortet der mit verstellter Stimme wie aus dem Innern der Erde: "Hier bei den Räubern!" Schon springt Yara auf und sucht nach ihm - und die Pause ist schon wieder vorbei, hier in der Märchenwelt der Kleinen Luxemburger Schweiz mit ihren urigen Sandsteinfelsen.

Eins eint die Geschwister: die Abneigung gegen das Wandern. Auf der Teufelsinsel interessiert sich Karim jedenfalls nicht für den schönen Blick hinunter auf die Schwarze Ernz. Lieber turnt er auf dem Brückengeländer. Yara sammelt Moose. Als sie beim Weitergehen noch eine Kröte entdeckt, scheint der Tag doch noch gerettet zu sein.

Robi Baden ist der Meinung, dass die

Region Müllerthal ideal für Familien ist. Er sagt das nicht ohne Eigennutz, er ist Leiter des Tourist-Centers Heringer Millen. Die Mühle im Herzen der Kleinen Luxemburger Schweiz ist eine von rund 80, die hier früher Getreide, Öl oder Tuch bearbeiteten. Auch wenn einige davon inzwischen verschwunden sind, ihre Betreiber sind nach wie vor namensgebend. Robi Baden ist so etwas wie der Aushänge-Müller. Seit er eine halbverfallene Wassermühle aus dem 17. Jahrhundert restauriert hat, fungiert er in der Saison außerdem als Animateur und Gästeführer.

 

Folgt man der Schwarzen Ernz von der Heringer Mühle auf dem Wanderweg Mullerthal Trail, stößt man nach ein paar Stufen abwärts auf einen malerischen Wasserfall, den Schiessentümpel, mit drei Kaskaden vor einer grün bewachsenen Steinbrücke. "Das ist unser beliebtestes Fotomotiv überhaupt", sagt Baden. Doch den Kindern ist das schnuppe. Auf dem Weg Richtung Consdorf tragen die Felsen sagenumwobene Namen wie Goldkaul oder Goldfralay und tragen oft Koboldbärte aus Moosen.

"Die Gesellschaft hat sich stark verändert, wir müssen die Kinder auch mal von den Bildschirmen losreißen", sagt Förster Theo Moulin und zeigt die Nisthilfe, die Kinder im Wald von Berdorf aufgestellt haben. Die kleine Yara kann mit solchen Einwänden nichts anfangen und protestiert: Sie stampft mit den Füßen und zählt mit ausgestreckten Fingern in der Luft die Kilometer auf, die sie schon hinter sich hat. Jetzt hilft nur noch eins: eine rustikale Brotzeit.

dpa


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