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Viele Koffer sehen unscheinbar aus - Stärken und Schwächen beim Material zeigen sich oft erst im Detail. Über das richtige Material entscheidet dagegen die Reiseart.

Viele Koffer sehen unscheinbar aus - Stärken und Schwächen beim Material zeigen sich oft erst im Detail. Über das richtige Material entscheidet dagegen die Reiseart. © Tobias Hase

Tourismus

Rollen sind Schwachpunkt: Worauf es beim Reisekoffer ankommt

Rollen, Reißverschlüsse, Teleskopstangen: Viele Koffer haben die gleichen Mängel. Doch die lassen sich meist schnell erkennen. Mit den folgenden Tipps vermeiden Reisende einen Fehlkauf.

Berlin. Er soll praktisch, leicht und gleichzeitig robust sein, im besten Fall geht er mit durchs Leben: der Reisekoffer. Doch was macht ein gutes Modell aus? Am Anfang der Kaufentscheidung steht die Frage: Hartschale aus Polycarbonat oder Weichschale aus Polyester oder Nylon?

"Mittlerweile unterscheiden sich die Arten kaum in Gewicht und Preis". Das weiß Benjamin Schardt von der Ratgeber-Webseite www.reisekoffer-test.info und quasi-professioneller Koffer-Tester. Aus welchem Material der Koffer sein sollte, darüber entscheidet die bevorzugte Reiseart. Lufthansa-Flugbegleiterin Susanne D'Aloia empfiehlt für die Flugreise einen Hartschalenkoffer. "Anfangs hatte ich noch einen Koffer aus Stoff. Der war nach zweimal Fliegen kaputt." Viele Flughäfen gingen nicht sorgfältig mit den Koffern um.

Wer eher mit dem Auto verreist, für den bietet sich oft ein Weichschalenkoffer an. "Wenn der Koffer weicher ist, kann man mehr in den Kofferraum reindrücken", sagt Stiftung-Warentest-Redakteur Thomas Müller. "Allerdings sehen weiche Koffer schneller unansehnlich aus. Das hat aber nichts mit der Stabilität zu tun."

Steht der Koffertyp fest, sollten die Rollen begutachtet werden - sie gehören zu den typischen Schwachstellen. Rollen aus Hartplastik sind für Benjamin Schardt ein klares Ausschlusskriterium. "Am besten sind Rollen mit einem Aluminiumkern, der mit Weichgummi überzogen ist", sagt der Experte. Susanne D'Aloia hat einen Koffer mit Rollen, die sich um die eigene Achse drehen. "Gerade bei langen Terminal-Läufen sind diese Koffer praktischer." Am besten sind vier Rollen.

Darüber hinaus muss die Teleskopstange des Griffes zur Körpergröße passen. Ist sie zu kurz, kann der Koffer beim Ziehen in die Hacken schlagen. Aluminium ist meist stabiler als Plastik. "Ein bisschen wackeln die Stangen immer, aber sie dürfen nicht zu locker sein", sagt Müller. Der Griff sollte gut in der Hand liegen.

Ebenfalls kritisch beim Koffer: die Reißverschlüsse. Sie lassen sich oft nicht geschmeidig öffnen und schließen. Hier kommt es vor allem auf die Nähte an. Sind diese mehrfach vernäht, lässt das auf eine hochwertigere Qualität schließen, sagt Schardt. Flugbegleiterin D'Aloia verzichtet bei ihren Koffern komplett auf Reißverschlüsse. Viel zu oft sind ihr diese schon gerissen. "Ich habe einen Koffer mit einem Leistensystem. Diese schließen genau aufeinander ab."

Damit der Koffer sich bei der Reise nicht plötzlich öffnet, sichern viele diesen mit einem Schloss. Flugreisende, die in die USA reisen, sollten sich ein TSA-Schloss zulegen. "Das Sicherheitspersonal hat für diese Schlösser einen Generalschlüssel. Wenn man kein TSA-Schloss hat, haben sie das Recht, den Koffer aufzubrechen", sagt Schardt.

Natürlich gibt es auch bei Koffern deutliche Preisunterschiede. Für Gelegenheitsurlauber reicht eine solide Grundqualität. "Hier findet man Koffer zwischen 50 und 100 Euro", nennt Schardt als Richtwert. Vielreisenden rät er zu Koffern zwischen 150 und 200 Euro. "Man merkt hier kaum noch einen Komfortunterschied zu den 600-Euro-Modellen." Familien sind gut mit einem Kofferset beraten. Und wie groß sollte ein Koffer sein? Für eine Urlaubswoche sind 70 bis 80 Liter eine großzügige Orientierung.

dpa


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