Navigation:
Mit seinen 25 Kilometern Piste ist Stranda das größte Skigebiet in den Sunnmørsalpen, eine Stunde Fahrt südöstlich der Jugendstil-Stadt Ålesund. Karte: dpa/tmn Foto:

Mit seinen 25 Kilometern Piste ist Stranda das größte Skigebiet in den Sunnmørsalpen, eine Stunde Fahrt südöstlich der Jugendstil-Stadt Ålesund. Karte: dpa/tmn Foto:

Tourismus

Abfahren mit Fjordblick - Stranda in Norwegen

An wenigen Orten in Europa fällt mehr Schnee: im Schnitt acht Meter pro Jahr. Stranda ist ein kleines Skigebiet in Norwegen mit zwei großen Vorteilen: ein fantastischer Ausblick von der Piste über den Fjord und leere Pisten.

Stranda. Irgendwann reißen die Wolken auf, und das Fantasiebild wird wahr: Die Piste glitzert in der Sonne und weit unten zwischen schneebedeckten Bergen, erstreckt sich der tiefblaue Fjord. Dieses Bild war der Grund für die weite Reise nach Norwegen, zum Skigebiet Stranda.

Mit seinen 25 Kilometern Piste ist es das größte Skigebiet in den Sunnmørsalpen, eine Stunde Fahrt südöstlich der Jugendstil-Stadt Ålesund. Es besteht aus zwei Bergen, zwischen ihnen liegen die Talstationen, der Parkplatz und der Skiverleih. An wenigen Orten in Europa fällt mehr Schnee als hier: im Schnitt acht Meter pro Jahr.

"20 Minuten aufsteigen, 1100 Höhenmeter abfahren, das ist der feuchte Traum jedes Skitouren-Anfängers", sagt Oscar Almgren. Der 30 Jahre alte Guide sieht mit seinen schulterlangen, blonden Haaren, dem Sieben-Tage-Bart und den eisblauen Augen aus wie Kurt Cobain in gesund. Almgren führt seit sieben Jahren Freerider und Skitourengeher durch die Sunnmørsalpen. Er stammt aus Schweden und ist der Schnee- und Lawinenexperte von Stranda.

"Fantastisch", sagt er an diesem Morgen, als er zum ersten Mal aus dem Sessellift rutscht und den Hang quert. Über Nacht sind 20 Zentimeter Schnee gefallen. Und es schneit weiter. Der Plan war eigentlich, den halben Tag auf der Piste zu fahren. "Nicht heute", sagt Almgren und lächelt selig. Dann wedelt er mit lockeren Schwüngen den Hang hinab. Mühelos gleitet er durch den Pulverschnee.

Stranda ist ein guter Ort, um das Fahren im Tiefschnee zu lernen. Viele Abfahrten hier sind relativ einfach: breite Hänge, nicht übermäßig steil. Almgren lebt in einem Holzhaus neben dem Ende einer der berühmtesten Abfahrten, der "Grandiosa". Benannt wurde sie nach dem Klotz hinten im Tal, der größten Tiefkühlpizza-Fabrik Norwegens.

Der Tourismus spielt bisher eine Nebenrolle, im Winter kamen lange nur Skifahrer aus der Gegend. 1956 lief der erste Lift in Stranda. Lange gab es nur drei Schlepplifte, die im Jahr 2009 kurz davor waren, geschlossen zu werden. Die Behörden stellten den Betreibern ein Ultimatum: entweder renovieren oder abreißen. Die Gemeinde entschloss sich zu investieren. Insgesamt steckte sie 20 Millionen Euro in das Skigebiet.

"Es gab viel Kritik", erzählt Tom Anker Skrede, der jahrelang das Marketing für Stranda machte. "Man debattierte, ob die Gemeinde das Geld nicht sinnvoller in einen Kindergarten oder eine Schule investieren sollte." Wie sich herausstellte, hatte sich Stranda übernommen. Im Jahr 2014 verkaufte die Gemeinde das Skigebiet. Die Käufer, drei Geschäftsleute, wollen es weiter entwickeln. Derzeit kommen 350 000 Besucher pro Saison. Die meisten Gäste sind Wochenend-Ausflügler aus Ålesund. Unter der Woche ist es sehr ruhig.

Oscar Almgren fährt zur Kante des Hangs, der links von der Piste abfällt - mit 45 Grad Neigung. Er möchte ein schwarz-gelb-gestreiftes Seil spannen und am einzigen Durchgang ein Warnschild aufstellen. Denn vor dem vergangenen Winter wurde ein neuer Schlepplift gebaut, damit die Skifahrer auch auf den Berg gelangen, wenn zu viel Wind für den Vierersessel weht. Seitdem kommen auch viele Unerfahrene zu dem Steilhang, die einfach den Spuren der anderen folgen.

"Wenn man den Berg kennt, ist es aber kein Problem", sagt Almgren und beweist das gleich: Er stürzt sich in den Steilhang hinein und kurvt zwischen den Birken hindurch. Unten angekommen, quert er zurück zur Talstation. "Wenn man andere Abfahrten nimmt, kann man sich vom Skitaxi abholen und zurück zum Lift bringen lassen", sagt er.

An diesem Tag ist das Wetter typisch für die Fjord-Region: Es ändert sich ständig, und zwar rasant. Morgens fällt sanft Schnee, mittags scheint kurz die Sonne, und nachmittags wächst sich der Wind zu einem Schneesturm aus. Doch über Nacht flaut der Sturm wieder ab, und am nächsten Morgen blitzt die Sonne über die Bergspitzen.

Die Gondel fährt hinauf aufs Roaldshorn. Der 1288 Meter hohe Berg ist die Sahneseite des Skigebiets. Hier wurden die fantastischen Fotos geschossen, die jedes Jahr mehr Gäste nach Stranda locken: Freerider mit Pulverschweif vor dem tiefblauen Fjord. Vom Gipfel hat man einen 360-Grad-Blick über die Sunnmørsalpen, an klaren Tagen sieht man bis Romsdal, Ålesund - hinaus aufs Meer.

dpa


Anzeige
Auf Tour - Reisetipps für den Urlaub zwischendurch
Auf Tour - Reisetipps für den Urlaub zwischendurch

Entdecken Sie die schönsten Urlaubsziele! Lassen Sie sich zu interessanten Reisen inspirieren. Wir geben Tipps vom Emsland üb...

Zimmer mit Aussicht

Buntes Himmelsschauspiel: Ballons in Form von Vögeln, Bienen und Hydranten, die über dem Parliament Hill schwebten, entdeckte Sigrid Berlin am Morgen des 1.September beim Blick aus ihrem Hotelzimmer im Westin Ottawa. „Kanada feierte an diesem Wochenende den Abschied vom Sommer“, berichtet die Pattenserin.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihr Traumbild!

Auch Sie, liebe Leser, haben im Urlaub die Aussicht aus Ihrer Unterkunft genossen? Schicken Sie uns ein Foto!

Ihre Region
° °
%
km/h
° °
%
km/h
° °
%
km/h
° °
%
km/h

Reisekatalog bestellen

Aktuelle Reisekataloge

Ein gelungener Urlaub will geplant sein. Hier finden Sie die richtigen Informationen für Ihre Traumreise. Fordern Sie noch heute gratis die neuen Reisekataloge an.

Leserreisen

Strandkörbe

Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen von NP und HAZ bieten für jeden Anspruch genau das Richtige.

Anzeige