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Bilder mit dem Selfie-Stick sind beliebt, aber nicht überall erlaubt.

Bilder mit dem Selfie-Stick sind beliebt, aber nicht überall erlaubt. © Felix Zahn

Gesellschaft

Selfie-Sticks: Kultobjekt oder Risiko?

Trendy oder nervig? Touristen mit Selfie-Sticks in der Hand sind allgegenwärtig. An den künstlichen Armverlängerungen scheiden sich die Geister. Nun droht den Teleskopstangen als Krücke für die Selbstinszenierung an immer mehr öffentlichen Orten das Aus.

Berlin. Mehr und mehr Betreiber von Museen, Vergnügungsparks und sportlichen Großveranstaltungen halten die Sticks für ein Sicherheitsrisiko. In vielen Sportstadien sind sie aus Sicherheitsgründen schon verboten. Beim Grand-Slam-Tennisturnier in Wimbledon wollten die Veranstalter nun auch keine Selfie-Sticks mehr sehen.

Auf der Internetseite werden die Sticks unter "verbotene Gegenstände" neben Messern, Pfefferspray oder illegalen Drogen aufgeführt. Die Fans hinderte das Verbot aber nicht daran, Spielerinnen und Spieler nach den Matches um Selfies (auch ohne Sticks) zu bitten. "Ich mache das gerne", sagte Deutschlands beste Tennisspielerin Angelique Kerber (27) nach ihrem Sieg in der zweiten Runde. Mittlerweile werde sie öfter um Selfies gebeten als um Autogramme.

Zum Start seiner diesjährigen Sommersaison hat auch Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa-Park in Rust bei Freiburg, die Selfie-Sticks auf allen seinen Fahrattraktionen verboten. Bereits im Winter sei das Phänomen erstmals größer aufgetreten, sagte Unternehmenssprecher Jakob Wahl. Deshalb habe man nun reagiert. Die langen Kameraarme seien ein großes Sicherheitsrisiko, weil sie weit über die Sitzplätze der Gäste hinausreichten.

Nach einem Zwischenfall in einem Disney-Vergnügungspark in Kalifornien, bei dem ein Besucher während der Fahrt in einer Achterbahn einen Stick ausfuhr, sind die langen Stangen in allen Parks generell untersagt. Die Sicherheitsbedenken seien einfach zu groß geworden, zitierten US-Medien eine Sprecherin. Zuvor waren die Fotostangen in den Fahrgeschäften verboten. Auch im Disneyland in Paris sind die Sticks wie auch im Schloss Versailles nicht gestattet.

In den USA will die namhafte Smithsonian Institution den vielen Teleskopstäben ein Ende bereiten. In ihren Museen, Ausstellungen und Gärten sind Selfie-Sticks ab sofort nicht mehr erlaubt. Hintergrund sei der "Schutz von Besuchern und Objekten, besonders bei hohem Andrang". Dem weltgrößten Museums- und Forschungskomplex gehören 19 Museen, Galerien, der Zoo in Washington sowie neun Forschungseinrichtungen an. Auch große Museen in Boston, New York und Los Angeles haben den Selfie-Stick bereits verboten.

Auch in Berlin sind die Sticks in zahlreichen staatlichen Museen tabu. Sie zählten zu den "sperrigen und scharfkantigen Gegenständen", heißt es auf dem offiziellen Hauptstadt-Portal. In der Bayerischen Staatsgemäldesammlung dürfen sie ebenfalls nicht mitgenommen werden.

In Spanien herrscht ein Selfie-Stick-Verbot unter anderem im Museum Thyssen im "Triángulo de Oro", dem sogenannten Goldenen Kunstdreieck in Madrid. Für das Prado-Museum gilt das zwar nicht, aber dort darf man ohnehin überhaupt keine Fotos machen. Auch in niederländischen Museen ist das mobile Stativ tabu. Ein Selfie mit Rembrandts "Nachtwache"? Keine Chance.

In der Werbung ist dagegen das Selfie mit Stick noch nicht tot. Der Elektronik-Hersteller Samsung lästert allerdings in einem

Werbespot über "menschliche Sardinen", die sich hinter den Smartphones drängeln, um noch ins Bild zu passen. Der Anlass für den inszenierten Spott ist einleuchtend: Samsung will die Vorzüge der Weitwinkelkamera in seinen aktuellen Galaxy-Modellen herausstellen.

 

Der niederländische Internet-Versand

bol.com macht dagegen Reklame für den Selfie-Stick in seinem neuesten Spot, der wie ein privater Film von typischen holländischen Urlaubern gedreht ist. Mit vielen Selfies vom Strand, Zeltplatz oder Garten werden Urlaubsprodukte wie Zelte, Badesachen, Reiseführer und - eben Selfie-Sticks beworben. Am Ende schlägt allerdings ein Urlauber mit dem Stick Michelangelos David in Florenz den Penis ab.

dpa


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