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Wenn viel Neuschnee fällt, steigt die Lawinengefahr.

Wenn viel Neuschnee fällt, steigt die Lawinengefahr. © Valda Kalnina

Tourismus

Horrorszenario Lawine - Das Beherrschen der Ausrüstung zählt

Ein Donnern oben am Berg, plötzlich wird alles weiß: Eine Lawine ist die Horrorvorstellung für jeden Skifahrer. Im Winter kommt es abseits markierter Pisten immer wieder zu Unfällen. Wie man Lawinen aus dem Weg geht, was im Ernstfall zu tun ist - die wichtigsten Tipps.

München. Skifahrer und Snowboarder können sich freuen: In den Alpen herrscht endlich Winterwetter. Der Neuschnee ist aber nicht nur schön - er kann auch lebensgefährlich sein.

Schon sind die ersten Lawinentoten zu beklagen. Christoph Hummel, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, ist Experte für Sicherheitsforschung beim Deutschen Alpenverein (DAV). Er erklärt, wie sich Lawinenunfälle vermeiden lassen und wie man sich auf den Notfall richtig vorbereitet:

Die richtige Ausrüstung:Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät), Lawinenschaufel und Sonde sind Pflicht für jeden Wintersportler, der sich abseits markierter Pisten bewegt. Ein Lawinenairbag soll zudem dafür sorgen, dass ein Skifahrer in einer Lawine an der Oberfläche bleibt. Es könne damit aber trotzdem zu einer Verschüttung kommen, warnt Hummel. "Der Lawinenairbag allein ist absolut keine Option."

Der sichere Umgang mit dem Gerät: Die Ausrüstung ist wertlos, wenn sie nicht beherrscht wird. "Man muss gut damit umgehen können", sagt Hummel. Das Selbststudium ohne Hintergrundwissen mache keinen Sinn - sinnvoll ist die praktische Ausbildung. Entsprechende Kurse werden von Bergschulen im gesamten Alpenraum angeboten.

Der DAV-Experte betont, wie wichtig das eigene Können im Ernstfall ist: Nach 15 Minuten unter dem Schnee lebten noch 90 Prozent der Verschütteten - danach sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit rapide ab. Ein Rettungshubschrauber brauche aber in der Regel 30 Minuten bis zum Unglücksort, bevor die Suche überhaupt losgehen könne. "Deshalb ist die Partnersuche am wichtigsten."

Lawinenlage einschätzen: Wintersportler sollten den Lagebericht des aktuellen Tages lesen, verstehen und interpretieren können. Das lernt man nach Ansicht Hummels ebenfalls am besten in einem Kurs.

Der DAV bietet eine sogenannte Snowcard an, mit der sich anhand der Gefahrenstufe, Steilheit und Exposition das Risiko des Geländes einschätzen lässt. Den Umgang damit sollte man aber in der Praxis, also im Gelände unter Anleitung lernen, rät der Fachmann.

Schlechtwetter meiden: Bei Nebel und starkem Schneefall wird die gesicherte Piste am besten nicht verlassen. Denn in diesem Fall sehe man nicht, von woher eine Lawine kommt, wo sie aufläuft und wo man nach Verschütteten suchen soll, mahnt Hummel. Unter Bergprofis gilt das Motto: "Bei schlechter Sicht Verzicht."

Nie alleine aufbrechen: Wer ohne Begleitung verschüttet wird, ist praktisch nicht mehr zu retten. Allerdings sollte die Gruppe auch nicht zu groß sein. Denn die Last auf der Schneedecke erhöht sich dadurch. Bei geführten Touren seien sechs bis acht Teilnehmer die Obergrenze, berichtet der DAV-Sicherheitsexperte.

Geführte Touren zum Einstieg: Wer noch wenig Erfahrung abseits der Piste hat, kann sich einer geführten Freeride-Tour anschließen. Nur staatlich geprüfte Berg- und Skiführer dürfen kommerzielle Touren im unmarkierten Gelände unternehmen, erklärt Hummel.

dpa


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