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Gerhard Schröder (v.l.), Rektor Lutz Glaeßner, Maximilian Rachel und Michael Feil (v. l.).

Gerhard Schröder (v.l.), Rektor Lutz Glaeßner, Maximilian Rachel und Michael Feil (v. l.).

St. Lorenz Süd

Lübecks größtes „Trainingslager“

Die Holstentor-Gemeinschaftsschule fördert Schüler fortan als offizieller Leistungsstandort des Fußballs.

St. Lorenz Süd. Maximilian Rachelt (12) hat einen Traum, dem er alles andere erstmal unterordnet: Er möchte Fußballprofi werden. Eines Tages wie das große Idol Mario Götze beim FC Bayern München vor Tausenden von Zuschauern zu spielen — das wär es für ihn! Ganz bewusst entschied sich Maximilian deshalb vor anderthalb Jahren für die Holstentor-Gemeinschaftsschule. Denn die Einrichtung in der Wendischen Straße bemüht sich wie keine andere in der Hansestadt darum, eine Verbindung zwischen Fußball und Schule zu schaffen. An zwei Nachmittagen in der Woche bietet die Holstentor-Gemeinschaftsschule (HGS) für je elf Schüler der fünften und sechsten Jahrgangsstufe 90 Minuten Fußballtraining auf dem Kunstrasenplatz der Schule an. „Das Training ist abwechslungsreich und macht Spaß“, sagt Maximilian. Der Mittelfeldspieler konnte bei einem Auswahltraining überzeugen, das noch vor der Anmeldung an der Schule stattfindet. Bei der Sichtung der Spieler wählt die Schule auch Kinder aus, die nicht im Verein spielen. „Auch in diesen Spielern schlummern Talente“, sagt Trainer Michael Feil.

Seit Dienstag trägt die Holstentor-Gemeinschaftsschule sogar den stolzen Titel „Leistungsschule des Fußballs“. Rund 30 Gäste kamen zur feierlichen Übergabe des Zertifikates in die HGS. Unter ihnen Vertreter der Kommunalpolitik und des Landessportes. So wohnte der Vizepräsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV), Gerhard Schröder, der Veranstaltung ebenso bei wie der Bereichsleiter für Schule und Sport, Friedrich Thorn, Schulrat Helge Daugs, der Kreisschulsportbeauftragte Holger Bull und der Geschäftsführer des VfB Lübeck, Florian Möller.

„Wer weiß, vielleicht ist das der Anfang einer neuen Entwicklung, ähnlich wie 2002“, sagt Schulleiter Lutz Glaeßner im Hinblick auf die lange Fußball-Tradition der HGS. Seit der Gründung der DFB-Stützpunkt-AG 2002 baute die Gemeinschaftsschule den Fußballbereich stetig aus, im Juni 2014 erfolgte die Ernennung zur „Stützpunktschule des Fußballs“.

Mit der nun erteilten, höherwertigen Auszeichnung „Leistungsschule des Fußballs“, die es nur bei Erfüllung bestimmter Kriterien des SHFV gibt, dürfen sich lediglich zwei weitere Schulen in Schleswig-Holstein schmücken. „Dieses Zertifikat kann der jeweiligen Schule helfen, noch mehr talentierte Spieler für sich zu gewinnen“, sagt SHFV-Vizepräsident Gerhard Schröder.

Schlüsselfigur für das Engagement der Schule im Bereich Fußball ist Michael Feil, denn er ist nicht nur Lehrer an der HGS, sondern gleichzeitig Landesauswahl- und DfB-Stützpunkttrainer. Als Inhaber der A-Lizenz kennt der Religions- und Sportlehrer vielfältige Trainingsmethoden und kann eine hohe Trainingsqualität anbieten. Dass beim Training nicht alle Kinder im Verein aktiv sind, spielt keine Rolle. „Wir verstehen uns alle gut“, sagt Esercen aus der 5b, selbst kein Vereinsspieler.

Anspruchsvolle Ziele verfolgt Michael Feil mit seinen Jungs trotzdem. Gerne erinnert er sich an die Teilnahme der Schule am Bundesfinale 2011. „Es wäre schön, wenn wir das mittelfristig wiederholen können.“ Eine Motivation für die Spieler sollte außerdem die Kooperation mit dem VfB sein. Geplant ist, dass die Grün-Weißen einen Trainer stellen, der die fußballerische Ausbildung der siebten und achten Jahrgangsstufe unterstützt.

EGS bildet Jugendtrainer aus
Als bislang einzige Lübecker Schule bietet die Emanuel-Geibel-Schule ihren Schülern ab sofort eine Ausbildung zum Fußballtrainer an. Vor dem heutigen Heimspiel des VfB Lübeck erhalten elf Schüler aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen erste Seminarunterlagen für eine viertägige Schulung in Hamburg. Nach einem 40 Stunden umfassenden Lehrgang bekommen die Kinder die DFB-Juniorcoach-Lizenz überreicht, um dann als Trainer in Vereinen oder Schulen Verantwortung zu übernehmen.

Christoph Brandt