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Die Enttäuschung steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Über 400 Unterschriften haben die Jugendlichen in kürzester Zeit gesammelt. Die Kündigung von Jugendleiter Wrage wollen sie nicht hinnehmen.

Die Enttäuschung steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Über 400 Unterschriften haben die Jugendlichen in kürzester Zeit gesammelt. Die Kündigung von Jugendleiter Wrage wollen sie nicht hinnehmen.© Petersen

St. Lorenz Süd

Kündigung des Jugendleiters: Kinder wollen Erklärung

Die Falken haben einem beliebten Pädagogen gekündigt. Kinder und Eltern setzen sich jetzt vehement für den Mann ein.

St. Lorenz Süd. Die Jugendlichen des Kinder- und Jugendtreffs Dorne 62 können es immer noch nicht fassen: Ihr beliebter Jugendleiter Marc-Udo Wrage, der 19 Jahre lang für sie da war, soll nicht mehr in der Einrichtung arbeiten (Die LN berichteten). Der Träger des Jugendtreffs, Sozialistische Jugend Deutschland (SJD) — Die Falken, hat dem 51-jährigen Pädagogen gekündigt. Jedoch ohne eine schriftliche Begründung.

„Weil es keinen Grund gibt“, macht die 13-jährige Maria klar. Sie hat zusammen mit ihrer Mutter Jasmin Oldenburg und vielen anderen Unterschriften für den Pädagogen gesammelt. „Die Falken wollen nicht mit uns sprechen und weisen uns grundsätzlich ab“, erklärt Oldenburg wütend. Als sie hörte, dass beim Sommerfest am Hanseplatz auch die Falken einen Stand aufbauten, trommelte sie Jugendliche und Eltern zusammen: Sie wollte Antworten. „Über 400 Unterschriften haben wir in einer Woche gesammelt“, erzählte sie Renate Paulien-Wittmaack. Die Vorsitzende der Lübecker Falken hatte sich bisher zurückgehalten. Dem Ansturm der Jugendlichen, die auf sie einredeten, konnte sie sich schwer entziehen. Immer wieder ging sie der laut fragenden Gruppe aus dem Weg — war sichtlich überfordert.

Zwischenzeitlich musste Constanze Proeschke, deren inzwischen erwachsene Kinder im Jugendtreff früher ein- und ausgingen, die Jugendlichen zur Räson bringen. „Bleibt bitte sachlich“, rief sie. Das fiel den Jugendlichen schwer. Sie verstehen nicht, wieso der Pädagoge entlassen wurde, fühlen sich übergangen und ungerecht behandelt. „Offiziell ist an die Falken niemand herangetreten“, sagte Paulien-Wittmaack. Diese Aussage kommentierten einige der Jugendlichen wütend. „Ihr kennt Marc-Udo gar nicht. Ihr seid doch nie da“, rief ein Mädchen und brach in Tränen aus. „Über die Kündigung werden wir nicht sprechen“, wiederholte Paulien-Wittmaack bestimmt. Ob der geballten Emotion der Jugendlichen oder um die Situation zu entzerren: Einen offiziellen Gesprächstermin versprach die Vorsitzende. „Immerhin etwas“, sagte Oldenburg. „Wir hoffen weiter.“

„Die Kündigung erfolgte nicht ohne Grund.“
Renate Paulien-Wittmaack, Vorsitzende

tp